Dein Hund hatte einen Bandscheibenvorfall und du fragst dich, wie die Physiotherapie ihn zusätzlich zur tierärztlichen Versorgung unterstützen kann? Heute möchte ich dir einen kleinen Einblick in meine Arbeit geben am Beispiel von Wilma, einer vierjährigen, sehr lieben Dackelhündin.
Wilma kam vor einiger Zeit zu mir, weil sie im Alter von nur vier Jahren bereits ihren zweiten Bandscheibenvorfall erlitten hat. Während der erste noch konservativ behandelt werden konnte, musste der zweite operiert werden.
Zum Glück war Wilma nicht gelähmt und konnte auch die ganze Zeit eigenständig Kot und Urin absetzen. Aber ihre Reflexe waren anfangs noch eingeschränkt, sie hatte wenig Kraft in den Hintergliedmaßen und die Faszien am Rücken waren verklebt.
In den ersten Wochen nach der OP wurde ihr vom Tierarzt strenge Boxenruhe verordnet — gleichwohl konnten erste physiotherapeutische Behandlungen schon starten.
Zu Beginn der Therapie war eines unserer Hauptziele, Wilmas Reflexe weiter zu verbessern. Durch das vorgefallene Bandscheibenmaterial können die Nervenbahnen beeinträchtigt werden, was unter anderem zu reduzierten Reflexen führen kann. Es ist wichtig, dass die Nerven so oft es geht stimuliert werden. In unseren Terminen behandle ich Wilma hierzu mit dem Laser und führe eine stimulierende Tarsalmassage durch. Ganz wichtig ist aber auch das Engagement der Tierhalter, die zu Hause fleißig täglich spezielle Übungen zur Anregung der Nerven durchgeführt haben, z.B. Bürstenmassagen an den Pfoten oder Wärme-/Kältereize im Wechsel.
Mit fortgeschrittenem Heilungsverlauf haben wir den Muskelaufbau immer stärker in den Vordergrund gerückt. Das betrifft sowohl die Hinterbeine als auch den Rumpf. Nur eine gute Rücken- und Bauchmuskulatur kann die Wirbelsäule stabil halten. Den Muskelaufbau haben wir langsam gestartet, denn nach 8 Wochen Boxenruhe ist es wichtig, wohl dosiert vorzugehen und nicht von Null auf Hundert loszulegen. Anfangs sollte Wilma „nur“ auf festem Boden stehen und ich habe mit der flachen Hand Druck an verschiedene Stellen des Körpers gegeben, so dass sie gegenhalten musste. Diese sog. isometrischen Übungen führen wir nun auch auf einem Federbrett durch. Da ist der Boden leicht wackelig, so dass Wilma noch mehr das Gleichgewicht halten muss, wodurch auch ihre Tiefenmuskulatur gestärkt wird. Diese Übungen sind extrem anstrengend für Wilma, darum hat die kleine Maus sich hier auch eine Verschnaufpause auf dem Federbrett verdient.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt meines Therapieprogramms, um dir einen ersten Eindruck zu vermitteln wie ich arbeite.
Massagen, Narbenbehandlung, eine Gangschulung per Cavaletti und eine Beratung zur häuslichen Umgebung gehören ebenfalls dazu. In jedem Fall wird meine Therapie immer individuell auf deinen Hund und seine Situation abgestimmt, denn kein Patient ist wie der andere.
Hast du Fragen? Dann rufe mich doch gerne ganz unverbindlich & kostenlos an oder nutze das Kontaktformular und wir schauen gemeinsam, wie ich deinem Vierbeiner weiterhelfen kann.